München, Germany Conference in Collaboration with KOFRA e.V.

Folks in our German-speaking community should please take a look at this very exciting conference opportunity! Please see below for further details!

flyer SPC KOFRA antiporn muenchen mai 2014

Playboy war gestern! Die Verharmlosung der Pornographie als Bereicherung des sexuellen Erlebens müssen wir im Internet-Zeitalter vorsichtig hinterfragen: Elf Jahre ist das Einstiegsalter, in dem die meisten Jungen erstmals über Internet Pornographie stolpern. Das ist kein Zufall: Hinter den Bildern steht das vorsichtig choreographierte, ausgeklügelte Geschäftsmodell einer 90-Milliarden Dollar Industrie, die längst im großen Stile in Kapitalgesellschaften mitmischt und in allen kommerziellen Industriezweigen und somit im Alltag der Menschen angekommen ist.

Deutschland spielt in der Porno-Industrie eine zentrale Rolle: Mit Ehrgeiz und Gewissenhaftigkeit sind wir Deutschen zu einem der drei größten Porno-Produzenten der Welt avanciert. Wir geben mehr als 300 Hardcore (Gonzo) Porno-Filme für DVD heraus, pro Woche. Weltweit hat sich die Porno-Industrie in nur 40 Jahren tausendfach vergrößert; ihre Regulierung aber nicht. Eine Marktaufsicht gibt es gar nicht und der legale Produktions- und Konsumstandort Deutschland ist ein Porno-Paradies.

Brutale Gonzo-Pornographie ist kein Randphänomen! Die systematische Degradierung richtet sich strikt nach der Nachfrage der Kundschaft. Denn inzwischen sind die meist männlichen Betrachter auf den Geschmack gekommen: 86% der gängigen „Mainstream“ Pornos bestehen aus brutalsten Gewaltszenen, in denen die Degradierung und körperliche wie verbale Demütigung der Frau das bevorzugte Filmmotiv darstellen. Nicht umsonst bezeichnen die Produzenten das Ejakulieren oder „Abspritzen“ des Mannes (oder der Männer) ins Gesicht der Frau vor laufender Kamera als den „Money-Shot“.

Trotzdem sprechen die Deutschen die zielbewusst gestreuten Marketing-Floskeln der Industrie nach: Von der Freiheit der Frau zu entscheiden ist die Rede obwohl der Großteil der betroffenen Frauen in Deutschland ihre freie Entscheidung noch nicht einmal in einer gemeinsamen Sprache kundtun können. Auch der Mythos, Prostitution sei ein Job wie jeder andere, hält sich hartnäckig. Die österreichische Organisation Sophie rät „Sex Workern“ auf ihrer Webseite, bloß keine Schals zu tragen, damit der Kunde sie nicht erwürgen kann. Chlamydien und Fekalkrankheiten im Rachen, Gonorrhoe des Auges und gerissener Anus oder Analprolaps gehören zum Berufsrisiko der Frau in Porno-„Jobs“.

Es wird höchste Zeit, dass wir intervenieren! Pornographie ist sexuelle Gewalt an Frauen. An allen Frauen—also auch jenen, die selber nie einen Pornofilm gesehen haben. Denn wir erleben jetzt die problematischen Beziehungen mit der ersten Generation heranwachsender Männer, deren neuronale Kodierung von Sexualität geprägt und konditioniert – und auch hochgradig desensibilisiert – ist durch die Gewaltbilder der Hardcore Gonzo Pornos, die sie von klein auf durch ihre Entwicklung begleitet haben. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, hat scharf kritisiert, dass junge Frauen sich in amerikanischen Universitäten nicht mehr sicher fühlen können: Eine von vier Studentinnen wird während des Studiums Opfer einer Vergewaltigung durch einen (oder mehrere) Kommilitonen, die Berichten zufolge neuerdings zum Abschluss der Kriminaltat gerne ins Gesicht ihrer Opfer ejakulieren.

Sind Sie zufällig Mutter und Ihr Kind, oder ein Freund ihres Kindes, hat ein SmartPhone? Oder einen Computer im Zimmer? Tippen Sie einmal versuchsweise P-O-R-N-O in Google ein und klicken Sie sich durch die ersten zwanzig Ergebnisse durch. Und machen wir uns nichts vor: Wozu wir zehn Minuten brauchen, dafür braucht unser Kind zwei. Was Sie nirgends mehr finden werden ist die schüchterne Blondine, die durch ein Kornfeld hüpft. Denn Playboy war gestern!…

Sie möchten nun wissen, wieso Pornographie uns alle angeht und uns allen schadet? Und, vor allem, was zu tun ist und wie es weitergeht? Dann kommen Sie am Freitag, dem 30. Mai um 17 Uhr in die Baaderstraße 30, 80469 München, zu Kofra e.V. Sie können sich direkt bei Kofra registrieren (Tel.: 089-2010450) oder weiter unten auf dieser Seite.

Wir freuen uns, Sie am 30. Mai um 17 Uhr (Vorträge) und am 31. Mai um 11 Uhr (Workshops) in der Baaderstraße 30 in München zu begrüßen!

 

SPC Kontakt für Vertreterinnen der Presse: mediateam [at] stoppornculture [dot] org, Tel.: (+43) 699-10366200

Diese Veranstaltung ist eine Kollaboration der feministischen Organisationen KOFRA e.V. und Stop Porn Culture.

—————————-

Detaillierter Tagesablauf für beide Tage:

Tag 1: Freitag, 30. Mai 2014

17.00-17.10 Willkommen und Einführung (Heiliger)

17.10-17.30 Die Arbeit von SPC im Überblick (Diaferia)

17.30-18.15 Wie Porno den Freier Macht – How Porn Creates the John (Diaferia)

18.15-18.45 Q&A – Fragen und Antworten (Kofra/SPC)

18.45-19.00 Pause

19.00-19.20 Wo Freiwillig Aufhört – Ein Einblick in das Leben einer ehemaligen Prostituierten (Marie)

19.20-20.20 Film: The Price of Pleasure

20.20-21.00 Gemeinsames Gespräch

Tag 2: Samstag, 31. Mai 2014

11.00-11.30 Mögliche Arbeitsansätze und Ziele für SPC in Deutschland (Diaferia)

11.30-12.00 Prioritäten: Gespräch über Must-Haves und Nice-to-Haves

12.00-13.00 Arbeiten in kleinen Gruppen mit dem Ziel, bestehende Ressourcen zu nützen, sowie Strukturen und Aktivitäten auszuarbeiten

13.00-14.00 Lunch – gemeinsames Buffet vor Ort

14.00-15.30 Zusammenfassung/Vorstellen der Ergebnisse und Durchsprechen der Möglichkeiten

15.30-17.00 Ausarbeiten und Vorbereiten eines ersten gemeinsamen Projekts